Gold – Ausbruch auf neue Jahreshochs naht

Der Goldpreis zeigt eine beeindruckende Stärke. Zuletzt bekam er noch von einer Seite Rückenwind, die viele Anleger bislang nur wenig auf dem Radarschirm hatten. Ein weiteres kräftiges Kurspotenzial würde sich nach einem Ausbruch auf neue Jahreshochs eröffnen.

© K.- P. Adler / Fotolia.com
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Wie die Zeiten sich ändern: Seit Anfang des Jahres steigt die Notierung des Edelmetalls völlig unabhängig davon, ob der Aktienmarkt steigt oder nicht. Das war in den vergangenen Jahren selten der Fall und ist nun ein hervorragendes Zeichen. Es zeigt, dass Investoren allmählich Geld in den Goldmarkt umschichten. Viele Anleger schauen vor allem auf den Aktienmarkt, übersehen dabei allerdings, dass die Performance des Aktienmarkts der jeweiligen Länder auch von der Entwicklung des Währungsmarkts abhängt. Je nachdem welche Notenbank gerade ihre Währung kräftig abwertet, hat der entsprechende Aktienmarkt Rückenwind. Die Entwicklung am Währungsmarkt hat allerdings nicht nur erhebliche Auswirkungen auf den Aktien-, sondern auch auf den Goldmarkt.
Unerwartete Schützenhilfe

In den nächsten Monaten dürfte der Goldpreis vor allem von einer Seite Unterstützung bekommen – vom Währungspaar Dollar-Yen. In den vergangenen Jahren hat die japanische Notenbank mit immer gigantischerem Gelddrucken den Yen immer weiter geschwächt. Investoren haben deshalb verstärkt Kredite auf Yen-Basis aufgenommen und das Geld in höher rentierliche Vermögenswerte wie Aktien investiert, der sogenannte Carry Trade. Investoren haben dabei von zwei Seiten profitiert: Einerseits haben sie Währungsgewinne gemacht und andererseits Kursgewinne bei Aktien. Dieser Trade geht aber nur solange gut, wie der Yen fällt. Wenn er sich aber wie in den vergangenen Monaten zusehends erholt, läuft das Spiel andersherum. Die Investoren verkaufen ihre Aktien und zahlen ihre Yen-Kredite zurück. Zuletzt hat sich der Yen bis auf rund 108,50 Yen je Dollar erholt. Die Konsequenz: Ein steigender Yen belastet daher den weltweiten Aktienmarkt und Anleger schichten in sichere Häfen wie Gold um.

US-Notenbank stützt Goldpreis

Von großer Bedeutung ist ebenfalls die Geldpolitik in den USA. Nachdem Fed-Chefin Janet Yellen lange Zeit von einer Normalisierung der Geldpolitik gesprochen hatte, ist Yellen zuletzt umgeschwenkt und hat eine neue Gelddruckrunde QE und Strafzinsen ins Spiel gebracht. Diese Aussicht schwächt den Dollar und verursacht damit im Gegenzug neue Probleme am Währungsmarkt, weil der Yen weiter aufwertet. Diese Einsicht verbreitet sich allmählich bei Investoren, weshalb Gold zusehends gefragt ist.

Gold-Fans sollten Dollar-Yen künftig genau im Auge behalten. Der ehemalige japanische Finanzminister Eisuke Sakakibara, der wegen seiner Interventionen beim Yen als „Mr. Yen“ bekannt war, und zuletzt die Währungsentwicklung ziemlich genau vorhergesagt hat, prognostiziert, dass die japanische Währung bis zum Jahresende auf 100 Yen je Dollar steigen könnte. Sollte „Mr. Yen“ auch diesmal richtig liegen, dürfte das für deutliche Turbulenzen am weltweiten Aktienmarkt und im Gegenzug für einen kräftigen Anstieg beim Goldpreis sorgen.

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